Schmieden

Mit dem Ausruf warnte René, als er die Messer nach dem Schleifen auf dem Aluminiumband an unsere „Hobbyschmiede“ zurück gab. - Ja, scharf und ansehnlich sind die selbstgeschmiedeten Messer geworden. Dafür musste aber auch ordentlich Muskelschmalz eingesetzt werden. Nach der Arbeitsschutzbelehrung durch unsere beiden Schmiede Torsten und René ging es erst mal ans Üben. Was bei den Profis locker und geschmeidig aussah, wollte den acht Vater-Sohn-Paaren jedenfalls nicht sofort gelingen. Aber nichts desto trotz legte sich jeder mächtig ins Zeug. Die Voraussetzungen waren optimal: Angefangen von der Lehrschmiede im Metallbauzentrum Roßwein, über die Vorbereitung der Schmiede (der Koks glühte bereits) bis zur Erfahrung unserer beiden „Vorarbeiter“, die schon mal Messer-Rohlinge aus Bandstahl geschnitten und auf dem Federhammer vorgearbeitet hatten. Jetzt bedurfte es „nur noch“ fünf Stunden schmieden per Hand!
 
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Messerscharf sind auch die biblischen Aussagen über Waffengebrauch, welche wir im thematischen Teil der Rüstzeit betrachtet haben. Zum Beispiel die vom Sonntagsgottesdienst, den wir mit der Gemeinde gestalteten. Unter dem Titel: „Die Nacht der langen Messer“ ging es um die Gefangennahme von Jesus im Garten Gethsemane. Römische Soldaten üben ihre Staatmacht auf Ansinnen des Hohen Rates der Juden aus. Jesus soll als Volksverräter dingfest gemacht werden. Die Freunde von Jesus sehen das indessen ganz anders und darum wollen sie Jesus beschützen. Einer von ihnen greift zum Schwert und schlägt damit auf die Soldaten ein. Ein Ohr muss daran „glauben“. Doch ehe es noch weiter ausufert, greift Jesus ein und ruft den „Säbel-tänzer“ zur Raison: „Stecke dein Schwert an seinen Ort! Denn wer das Schwert nimmt, der wird durch das Schwert umkommen.“ (Matth. 26, 47-56) Das ist das sprichwörtliche „zweischneidige Schwert“. Das heißt Waffeneinsatz hat immer Verletzung oder gar den Tod zur Folge. Mögen Waffen bestenfalls helfen, Konflikte einzudämmen und zu kontrollieren, aber zum Frieden taugen sie damals wie heute nicht.
 
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Unser gemeinsames Wochenende fand seinen Abschluss beim Besichtigen der Roßweiner Dampfmaschine, einem Schmuckstück regionaler Industriegeschichte. Für uns lief sie mittels Strom, wer sie aber einmal unter Volldampf bewundern möchte, ist am 4.und 5. Mai zu den 8. Roßweiner Dampftagen herzlich willkommen.

Text:   Hartmut Günther
Fotos: H. Kauscke; J. Macholdt, A. Rülke
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