Andachten

Das Wort vom Kreuz ist eine Gotteskraft und keine heiße Luft. Deshalb gibt es hier monatlich einen Impuls zum Innehalten und zum reflektieren. Wo stehe ich? Welchen Weg will ich gehen? Was ist mir wichtig?   Die vorgestellten Andachten können zu diesen Fragen eine Hilfe sein und dürfen auch gerne weiter gegeben werden.

2026

zum heulen

Wer kennt sie schon nicht, die Smiley´s oder auch Emoji´s genannt. Schnell noch so ein Kugelgesicht in den Text gesetzt und schon lassen wir ohne groß Worte zu verlieren etwas von unseren Gefühlen durchblicken. Vom Weinen gibt es etliche verschiedene Versionen. Am beliebtesten ist natürlich die mit den Freudentränen. Aber es gibt auch Zorn und Aufschrei mit Tränen oder die mit den Wasserflüssen übers ganze Gesicht. Da merken wir schon – weinen ist nicht gleich weinen, sondern es gibt immer einen Auslöser und Grund dafür. So müssen wir auch an den Monatsspruch für März herangehen, der lediglich aus drei Worten besteht: „Da weinte Jesus.“ (Jh. 11,35)

Foto: Freepik

Mancher wird meinen, dass es ein Vers aus einem Passionstext ist, in denen Jesus Leid und Schmerz aushalten muss. Nein, unser Vers gehört zu der Wundergeschichte – die Auferweckung des Lazarus. Kurz der Inhalt: Jesus ist ein guter Bekannter bei den Geschwistern Maria, Martha und  Lazarus. Als Lazarus krank darniederliegt setzen die Schwestern Jesus davon in Kenntnis. Doch Jesus hat es nicht eilig sich sofort auf den Weg zum Kranken zu machen. Als er schließlich bei den Geschwistern ankommt ist Lazarus schon vor vier Tagen verstorben. Maria sagt bei der Begrüßung zu Jesus: „Wärst du dagewesen, wäre mein Bruder nicht gestorben.“ Aber so ist nun große Trauer und es fließen jede Menge Tränen. Wie reagiert Jesus darauf? „Als Jesus sah, wie sie weinte und wie auch die Juden weinten, die mit ihr kamen, ergrimmte er im Geist und wurde sehr betrübt.“ (V33) D.h. also, Jesus ist richtig betroffen – irgendwie ist er ärgerlich – vielleicht über den Vorwurf, vielleicht auch über sein zu spät kommen. Danach gehen alle gemeinsam zum Felsengrab. Dort  weint auch er. Danach betet er innig zu seinem Himmlischen Vater. Im Anschluß sagt er vor allen Leuten: „Lazarus komm heraus!“ Das Unglaubliche geschieht vor aller Augen. Der Tote kommt samt den Grabtüchern die an dem ganzen Leib noch sind heraus. Der Text endet mit dem Auftrag an die Trauergesellschaft Lazarus beim Ablegen der Grabtücher behilflich zu sein und das viele der Leute anschließend an Jesus glaubten.

Was machen wir mit so einer Geschichte? Wir sind nicht Gott und wir werden wohl kaum einen Toten wieder zum Leben erwecken – was uns aber nicht bei einem Notfall an der Ersten Hilfe hindern darf, denn dazu ist jeder verpflichtet! Ich halte mich an dem Wort „weinen“ fest. Vieles in unserer Welt ist zum Heulen. Tausende Menschen sterben in unnützen Kriegen. Noch mehr Menschen verhungern, weil der reiche Teil der Weltgemeinschaft die Not der Armen übersieht. Schwere Krankheiten in Familien und im Bekanntenkreis wie in unserem Bibeltext gibt es nach wie vor. Das Weinen von Jesus zeigt, er nimmt sich der Betroffenen an und ist emotional betroffen. Also wagt er den Zugang zu den Leidtragenden und ist nicht nur mal kurz „gefühlsduselig“. Das wäre doch ein umsetzbarer Akt christlicher Nächstenliebe mit Menschen die in Nöten sind gemeinsam ein Stück ihres Lebensweges zu gehen. Sie bedürfen meist einer einfühl- samen Begleitung, des Trostes und der Aufmunterung. Wenn du dich da auch mit einreihst  stehen die Chancen gut, das die Träne auf unserem Smiley getrocknet wird.

Hartmut Günther

Die Tafel des Herrn

Weihnacht(s)-ganz(s)

2025

Wie eine Glucke

verloren

mittendrin

Muskelkater

Ja, mit Gottes Hilfe

Sorge(n)los?

umdenken

Alles Asche?

Es brennt!

Nicht drauf rumtrampeln!

Weg – Weiser

Eiszeit

2024

sich aufmachen

Schlange stehen

Ach du meine Güte

Realität – fern

Herztherapie

Gewissensentscheidung

Sieh zu!

Alles erlaubt

Seid bereit

Auferstanden

Kraftstoff

Druckausgleich

Weitere Andachten sind im Andachten-Archiv zu finden.