Andachten

Das Wort vom Kreuz ist eine Gotteskraft und keine heiße Luft. Deshalb gibt es hier monatlich einen Impuls zum Innehalten und zum reflektieren. Wo stehe ich? Welchen Weg will ich gehen? Was ist mir wichtig?   Die vorgestellten Andachten können zu diesen Fragen eine Hilfe sein und dürfen auch gerne weiter gegeben werden.

2026

In Strömen

Dieses Bild bietet sich hinter meinem Garten. Von rechts unten quält sich das Rinnsal der Striegis in die ebenso dürftig gefüllte Freiberger Mulde. Der Zusammenlauf, der sich sonst spritzig-wirbelnd präsentiert, ist fast zum stehenden Gewässer geworden. Wenn weiterhin kein Regen fällt wird der Fluss zum Großteil Klärwasser führen und wer will, kann dann trocken von Stein zu Stein über die Striegis und Mulde gehen. Wegen Hitze und drohenden Wassermangel hört man bei Gesprächen des Öfteren: „Wenn das so weitergeht…“. Das dachte sich wohl auch der Prophet Amos als er diesen Vers formulierte, es ist der Monatsspruch für Juli: Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach. (Amos 5,24) Amos war Hirte und Maulbeerbaum Züchter. Geprägt durch seine Arbeit, ist er ein Mann der Stille, des Beobachtens  und des Hörens.

Foto P. Günther / Striegismündung

Er erlebt im Jahr 750 v. Chr. einen Wirtschaftsboom im Land, aber auch gleichzeitig das Austrocknen des sozial- religiösen Gefüges. Die Reichen werden immer reicher aber die Armen bleiben auf der Strecke. Zur Sensibilität von Amos kommt nun die Ansprache Gottes dazu. Bei seiner Berufung hört er von Gott „wenn das so weitergeht, dann wir das Land vertrocknen und verdorren“. Er hört auch, dass Gott unzufrieden ist, mit dem „Tun und (Unter)lassen“ des Gottesvolkes. Vor unserem Spruch zählt Amos die Abscheu Gottes auf: Ich bin euren Feiertagen gram / kann eure Versammlungen nicht erriechen / mag keine Brandopfer / nennt die Lieder Geplärr und beim Harfenspiel gellen ihm die Ohren! Danach fordert er Gerechtigkeit ein, statt Selbstbeweihräucherung.

Was hat das nun alles mit uns und heute zu tun? Ich meine, unsere Zeit ähnelt doch sehr der bei Amos beschriebenen. Seien es Einzelpersonen oder komplexe Systeme, wer reich ist denkt die Oberherrschaft über die Gerechtigkeit zu haben. Darum klafft eine so tiefe Wunde zwischen arm und reich, gesellschaftlich wie global. Ebenso ist es um das Gottvertrauen und Einlassen auf seine Weisungen bestellt. Mit unserer Kraft überschätzen wir uns und darum spielt der Einfluss des Glaubens und der Möglichkeiten Gottes eine sehr beschränkte Rolle – dementsprechend sind die kirchlichen Angebote gefüllt und besucht.

Aus diesem Grund interpretiere ich den Monatsspruch als alternatives Angebot Gottes für sein Volk damals und uns Christen heute. Ich nehme wieder mein Bild zu Hilfe. Die Mulde als Fluss des Lebens – die Striegis der Einfluss Gottes:

  • Je weniger Wasser in den Flüssen ist, umso steiniger, abgestanden und langsam rinnender werden sie. Das sprichwörtliche Gegenteil lautet: „Wenn´s läuft – läuft´s“.
  • Egal wie belastet unser Lebens-Fluss ist, Gott will ihn mit Wasser des Lebens füllen. Er infiltriert Gerechtigkeit in unser Tun und Lassen, weil wir es aus uns allein nicht vermögen.
  • Es ströme! Wenn ein Fluss zum Strom wird ist er tragfähig und kann mittels Staustufen Energie abgeben. Wir aber klagen oft keine Kraft für Zusatzaufgaben mehr zu haben.
  • Nie versiegend – das kann nur Gott von sich sagen, denn er ist die Quelle des Lebens. Darum öffne ich mich gern seinem Einfluss, gerade wenn´s hitzig wird.

Hartmut Günther 

Passt nicht – oder doch?

hoffentlich

Verschlossen?

zum heulen

Die Tafel des Herrn

Weihnacht(s)-ganz(s)

2025

Wie eine Glucke

verloren

mittendrin

Muskelkater

Ja, mit Gottes Hilfe

Sorge(n)los?

umdenken

Alles Asche?

Es brennt!

Nicht drauf rumtrampeln!

Weg – Weiser

Eiszeit

2024

sich aufmachen

Schlange stehen

Ach du meine Güte

Realität – fern

Herztherapie

Gewissensentscheidung

Sieh zu!

Alles erlaubt

Seid bereit

Auferstanden

Kraftstoff

Druckausgleich

Weitere Andachten sind im Andachten-Archiv zu finden.