Andachten

Das Wort vom Kreuz ist eine Gotteskraft und keine heiße Luft. Deshalb gibt es hier monatlich einen Impuls zum Innehalten und zum reflektieren. Wo stehe ich? Welchen Weg will ich gehen? Was ist mir wichtig?   Die vorgestellten Andachten können zu diesen Fragen eine Hilfe sein und dürfen auch gerne weiter gegeben werden.

2026

Besser so!

Oje, hat da einer zu spät die Stopp-Taste gedrückt? Nun ist es schon nach zwölf! Zum Glück ist das nicht mir passiert wird da manch einer denken und handelt darum nach dem abgewandelten Zitat des berühmten Denkers René Descartes „Ich eile (denke), also bin ich“, was satirisch unsere hektische Leistungsgesellschaft beschreibt. Eilen ist „in“, denn es versprüht einen Hauch von wichtig sein. Sei es durch wildes hupen, drängeln oder dem coolen Satz: „Tut mir leid, aber ich muss da mal weiter, denn von allein wird ja nichts.“

Der Monatsspruch für den September hält dagegen und bietet eine Erfahrung für unseren Lebensstil und Zeiteinteilung. Besser eine Hand voll mit Ruhe als beide Fäuste voll mit Mühe und Haschen nach Wind. Dieser Vers stammt aus dem Buch „Prediger“ und wird von einigen Auslegern mit dem weisen König Salomo in Zusammenhang gebracht. Aber nicht, das er der Autor wäre, sondern weil viele weise Lebenserfahrungen darin zu finden sind.

Ein Leitmotiv zieht sich durch alle zwölf Kapitel – „eitel“. Alles in unserem Leben ist eitel. Im hebräischen bedeutet eitel „der Hauch“ und meint „alles ist vergänglich“

Foto: P. Günther

Und da sind wir beim Umgang mit der Zeit angekommen. Weil sie so flüchtig ist, eilen wir ihr hinterher um sie einzuholen und festhalten zu wollen. So eine Stoppuhr aber macht es sichtbar, das gelingt uns nicht. Die Zehntelsekunden – kleine Zahlen auf dem Display – rasen nur so herunter. Darum wollen wir die kostbare Zeit nutzen um Wichtiges zu tun und dabei eben auch wichtig werden. Und genau in diese Denkweise grätscht unser Vers hinein. Im Textzusammenhang (Kapitel 4, 1-12) wird deutlich, das Eilen ist kontraproduktiv, denn der Eilende vergisst dabei zu Leben! Darum bietet uns der unbekannte Autor eine Alternative, die besser und zielführender ist. Im Folgenden hangle ich mich am Vers entlang:

  • Besser – ist die Steigerung von gut. Das ist erstaunlich, dass der Autor das wenig effektive Handeln nicht in Grund und Boden tritt, sondern mit „besser“ den Hörer animiert sein Handeln zu verändern.
  • Hand voll mit Ruhe – was soll denn das sein? Für mich sind das Hände die eine Zeit lang nicht tätig sind – wenn sie übereinander in den Schoß gelegt sind, zum (über)denken; wenn sie in eine Hand von jemand anderem gelegt ist, zur Begrüßung oder aus Zuneigung; oder wenn sie gefaltet sind um mit Gott eins zu werden. Zusammengefasst, das ist Zeit um das Leben zu reflektieren, wahrzunehmen, justieren und schließlich ausführen zu können.
  • Fäuste voll mit Mühe – wer etwas anpackt macht automatisch eine Faust. Das ist keine negativ besetzte Faust, sondern ist die arbeitende und schaffende Hand. Aber du sollst wissen dort bekommst du nichts in die Hand gelegt wie bei der ruhenden Hand. Nein die arbeitende Hand kostet deine Kraft und manches Mühen war sogar für die „Katz“.

Dieser Satz besagt nichts anderes als das du dir dein Glück, das Gelingen, die Anerkennung  und die Zufriedenheit nicht durch Eilen und Wichtig sein erarbeiten kannst, sondern nur in der Ruhe des Empfangens, sei es von Menschen oder Gott. Und in leere Hände passt am meisten hinein! Ich wünsche dir ein ausgewogenes „Hantieren“, weil doch alles auf dieser Welt so eitel-vergänglich ist.


Hartmut Günther

übervoll

In Strömen

Passt nicht – oder doch?

hoffentlich

Verschlossen?

zum heulen

Die Tafel des Herrn

Weihnacht(s)-ganz(s)

2025

Wie eine Glucke

verloren

mittendrin

Muskelkater

Ja, mit Gottes Hilfe

Sorge(n)los?

umdenken

Alles Asche?

Es brennt!

Nicht drauf rumtrampeln!

Weg – Weiser

Eiszeit

2024

sich aufmachen

Schlange stehen

Ach du meine Güte

Realität – fern

Herztherapie

Gewissensentscheidung

Sieh zu!

Alles erlaubt

Seid bereit

Auferstanden

Kraftstoff

Druckausgleich

Weitere Andachten sind im Andachten-Archiv zu finden.