Schneedecke

Spannend ist immer die Anfahrt zu unserem Quartier. In den letzten Jahren war bei grünen Wiesen links und rechts der Straßen immer die Frage der Kinder „wann kommt denn der Schnee“. Diesmal lag er schon die ganze Fahrstrecke, wenn auch nicht sehr hoch. Die Straßen waren schneefrei. Anders unsere Zufahrt zur Hütte, nur ein steiler Waldweg führt dahin. Dessen Schneedecke war vereist. Ketten auflegen? Wir versuchten es ohne und kamen „ach und krach“ mit Hilfe einiger ausgeaperten Stellen wo die Räder wieder Gripp fanden gut ans Ziel. Nun galt es auszupacken, die Öfen zu heizen und Essen zu kochen, damit beim Ankommen der Teilnehmer unsere Rüstzeit gut starten konnte.

Das erste Bibelgespräch nach dem Abendbrot hatte das Thema „entdecken“. Wie auch in den weiteren Themen ging es da nicht um den Schnee (der war ja dem Sport vorbehalten) sondern um uns als Person. Der Psalm 139 biete wunderbare Aussagen an, um sich selbst zu entdecken, weil und wie er uns bestens ausgestattet hat. Zu entdecken sind in diesem Psalm auch die Mühen Gottes uns nahe und lebensbegleitend zu sein, sodass wir bei ihm geborgen sein können. Im Thema „aufdecken – bedenken“ sprachen wir über den Umgang mit Schuld (Ps. 51) und wie wir zu guten Lösungen kommen. Bei Thema 3; „überdecken“ (Ps.24) steht die Größe Gottes in Mittelpunkt und unserem Zugang zur Schöpfung und dem Schöpfer. Nach Gottes Willen zu handeln spielt dabei eine wesentliche Rolle.

Eine 80cm hohe Schneedecke auf der Piste hatten wir schon lange nicht mehr. Dazu an zwei Tagen  Kaiserwetter von morgens bis zum Nachmittag. Da der Arber ein ausgeglichenes Spektrum an blauen, roten und schwarzen Pisten hat, kamen alle auf ihre Kosten. Einige probierten sich erstmalig oder nach “langer Zeit mal wieder” vorsichtig auf dem weißen „Parkett“ aus, anderen hingegen konnte es nicht steil und rasant genug zugehen. Am Ende des Tages waren alle geschafft, zufrieden und vor allem auch unversehrt geblieben. Am Tag drei vermieste Dauerstarkregen unsere Skifreuden, die wir mit einer Halbtagskarte ins Visier genommen hatten. So mussten wir unseren Abfahrtstag nochmals neu planen. Das Vernünftigste war, die Leih-Ski abgeben und dann ab nach Lam ins Erlebnisbad. Gesagt, getan und im warmen Wasser viel Freude gehabt, während der strömende Regen nur an den Fenstern herunterlief bzw. im wohltemperierten Außenbecken keinen störte. Eierflockenvorsuppe und bergeweise Eierkuchen füllten den Kalorienhaushalt anschließend wieder auf. Dann Packen, unser Quartier in ordnungsgemäßen Zustand bringen und schon war die gemeinsame Zeit vorbei. Die Abfahrt auf dem Hüttenweg war nochmal nervenzehrend, denn der Regen gefror auf der festgefahrenen Schneedecke und verwandelte den Weg zur Rutschbahn. Aber wie zur Anfahrt halfen die mittlerweile freigetauten Wegabschnitte um unbeschadet die Asphaltstraße zu erreichen.   

Text: H. Günther / Fotos: M. Jakob