Zeit für intensiven Rückblick und Ausblick an einem Wochenende

Die Männerrüstzeit in den letzten Berufsjahren bot Gelegenheit zur Besinnung der besonderen Art – zwei Teilnehmer berichten:

Sind wir jetzt die Alten?

Sieben Männer trafen sich für ein Wochenende um über den Übergang ins Renten-leben nachzudenken. Zu Gast waren wir in Dresden auf dem Weißen Hirsch, in der Tagungs- und Freizeitstätte des Landesjugendpfarramtes. Das Haus liegt einerseits nah am Wald, kurze Spaziergänge in die Dresdner Heide waren immer möglich, und zur anderen Seite an der B6, somit mit Auto bzw. Straßenbahn gut zu erreichen. Wir Männer waren zwischen 55 und Anfang der 60ziger Jahre alt. Das Thema gab es neu bei der Männerarbeit, siehe da, eine neue Zielgruppe wurde erschlossen, die meisten Männer waren mir bis dato unbekannt. Thematisch begleitet wurden wir von Michael Seimer und Lars-Gustav Schwenzer.

Gleich am ersten Abend gab es eine intensive Vorstellungsrunde, ein was erwartet uns und vor dem Film ging es in die dunkelwerdende Heide zur Besinnung. Das war ganz schön viel, 22.30 Uhr gingen alle in die Betten. Am Samstag ging es um die eigenen Wegverläufe, wie lief unserer berufliches Leben ab, wie beeinflusste unsere private familiäre Situation unseren Lebensweg. Offen hat dann jeder Mann, 20- bis 30 Minuten lang über sein Leben berichtet. Beeindruckend! Nachmittags gab es u.a. für die Männer Lego Bausteine in die Hand um ein futuristisches Gebilde zu bauen und dabei eine Erklärung zu wagen, wo stehe ich jetzt. Den Abendausklang gestaltete Lars mit einem Bericht über seine Fahrradpilgerreise in 20 Tagen von Dresden nach Santiago in Spanien. Nach einem Betthupferl gingen wir wieder zeitig ins Bett, ungewöhnlich für Männerfreizeiten. Am Sonntag nach Andacht und Frühstück: Wo geht es hin. Planen wir unseren Rentenübergang oder schauen wir was kommt.

In ein tiefes Loch wird wohl Keiner fallen, aber Überlegen, wo werde ich noch gebraucht, dies sollte Jeder tun. Den Abschluß gab es an den Weinbergen bei den Elbschlössern und ein Gläschen Wein oder ein Pappbecher Kaffee, wie stilvoll, gab es bei Winzer Müller. Hier hielten wir Resümee über das Wochenende. Danke für die guten Gespräche, fürs Anleiten zum Weiterdenken, für das Miteinander, es war anstrengend, bereichernd und wir haben viel mitgenommen. Danke Michael und Lars, dass ihr euch diesem Thema gewidmet habt.

Ja wir werden die Alten sein, aber wir werden offen für Neues sein und uns weiter in Kirche und Gesellschaft einbringen.

André Schneider

Ich kann nicht sagen, dass ich mich selbst diesem Thema aus eigener, aktiver Motivation in irgendeiner Weise genähert hätte, vielmehr war es der gute Hinweis eines Freundes und der Schubs meiner Frau als ich in diesem Jahr die Teilnahmebestätigung zu diesem Wochenendseminar zum Geburtstag bekam – weil ich wieder mal nicht richtig zugehört hatte… MANN ist doch aktiv!, was soll schon kommen? in drei Monaten, der Beginn der passiven Altersteilzeit? – ist doch wunderbar!

Und dann saß ich da, in der Runde, unter sechs anderen Männern mit zwei Moderatoren um wieder mal festzustellen , dass der liebe Gott nicht alles vorher verrät, was er sich für uns ersinnt. So verschieden, wie wir zusammenkamen, so interessant entfaltete sich eine Stimmung die uns respektvoll und in einer Würde voneinander erzählen ließ, was unsere Berufsjahre aus uns hat werden lassen und uns als Christen und Nichtchristen, katholisch oder evangelisch, als MÄNNER verbindet, ängstigt, hoffen lässt und zuversichtlich machen kann, auf dem WEG und mit BLICK auf die VERÄNDERUNGEN nach unserem aktiven Arbeitsleben.

Die Dresdner Tagungsstätte war genau der richtige Rahmen und mit dem vorbereiteten Programm von Lars Schwenzer und Michael Seimer ein Geschenk, sich aufeinander einzulassen, zuzuhören, zur Ruhe kommen zu können und mit neuen Einsichten vergangenen Erfolg und Scheitern neu zu deuten und als Christen wohlgemut Gottes Gnade zu vertrauen. „Der Vorhang fällt, wir sind betroffen und alle Fragen offen?“ – nein, nicht ganz, wenn ich mich auch frage, welche Aufgabe uns die beiden Moderatoren hätten mitgeben können… Vielen Dank – meine Empfehlung!

Hans-Werner Heyroth

Fotos: Michael Seimer