Kai aus der Kiste

Ein Kinderbuch aus den 1920ér Jahren prägte unsere Vater & Kind Rüstzeit. Eine Geschichte von einer Jungengang die sich letztlich zum Reklamekönig krönen darf weil sie mit vielen verrückten Ideen aufwartet und so die Profis ausstechen. So eine Geschichte passte genau zu unserem Vorhaben eine große Kiste für Schuhe, Bücher oder andere Utensilien mit und für die Kinder zu bauen. Jedes Kind bekam mit seinem Papa am Samstag einen Bausatz mit den vorgeschnittenen Teilen und dann konnte es losgehen, das Bohren, Leimen und Schrauben. Boden, Stirn- und Seitenteile waren relativ schnell zusammengefügt. Der gewölbte Deckel dauerte dann schon etwas länger. Die Endmontage bestand aus Scharniere, Griffe und Verschluss anbringen. Die beiden letzten Bauteile hatte Robert erst vor Ort für alle gesägt und gefräst. Um konzentriert die Arbeiten ausführen zu können, gab es natürlich eine Spiel- und Kaffeepause „zum Abschalten“ und neu Kräfte zu sammeln. Dazwischen gab es selbstverständlich  auch wieder einige Seiten aus dem Buch „Kai aus der Kiste“ zu hören.

Zu einer Rüstzeit gehört natürlich noch vieles mehr, z.B. Andachten und biblische Impulse die zum Themeninhalt passen. Gant an Anfang der Bibel lesen wir von der Arche, eine riesengroße Kiste in die zur Sintflut jede Menge Tiere passten, damit sie keinen Schaden nahmen. Noah, ein frommer Mann hatte sie im Auftrag Gottes gebaut und somit sich, seine Familie und die Landtiere retten können. Später in der Geschichte des Gottesvolkes haben die Israeliten eine Kiste für das gemeinsame Leben mit Gott gefertigt, denn Gott gab dem Volk sein Versprechen bei ihnen zu sein. Weil sie sich ein verbindliches Versprechen gaben hieß die Kiste Bundeslade. Darin wurden die Tafeln der 10 Gebote aufbewahrt. Noch später, nämlich zur Geburt Jesu spielte wieder eine Kiste eine wichtige Rolle: Die Krippe – eine „Kiste“ ohne Deckel, die dem Jesusbaby als Bettchen diente. Über alle diese Kisten haben wir uns unterhalten und passende Lieder dazu gesungen.

Bleiben noch die passenden Spiele und Aktionen übrig. Gleich zum Auftakt gab es ein Geländespiel. Ihr könnt es euch denken, es ging um eine Schatzkiste. Zahlen mussten gesucht und ausgegraben werden um den Zifferncode vom Schloss zu knacken. Zum andern wurde mit vielen Pappkisten aus dem Supermarkt hochstapeln geübt, die Kartons als Schlitten und Schneeschuh verwendet, transportiert, als Zielscheibe genutzt und beim Fußball oder Unihockey stand immer einer „in der Kiste“ (scherzhaft für das Tor). So verging die Zeit des Wochenendes wie im Flug. Zum Abschluss besuchten wir noch die Papiermühle in Niederzwönitz – ein sehr zu empfehlendes technisches Denkmal, was den Vätern sehr gut gefallen hat. Für die Kinder war das Papierschöpfen der Höhepunkt. Das selbst „produzierte“ Papierblatt durfte jedes Kind mit nach Hause nehmen. Ganz schön geschafft, aber glücklich ging es danach auf die Heimreise. Manche mussten sich im Auto etwas „dünner machen“, denn die große Kiste ging nicht in jeden Kofferraum und nahm darum einen Sitzplatz im Anspruch.  

Text: H. Günther / Fotos: Teilnehmer