anspielbar
Gibt es ein zu schönes Wetter? Ich sage nein! Aber wenn die Sonne scheint und Temperaturen über 30° herrschen, dann ist es schon anstrengend ein Fußball – Trainings – Wochenende durchzuhalten. Glücklicherweise gibt es in der Spotschule Werdau (unserem Quartier) einen Pool zum Erfrischen. Also gleich bei der Ankunft, noch vorm Essen und der ersten Übungseinheit, hinein ins kühle Nass. Nach dem gewohnt vielfältigen und guten Essen, ging es dann aber am Abend noch auf den Kunstrasenplatz. Ein Streifen Schatten war zu finden und so freundeten wir uns mit dem Ball und als Teilnehmer aus allen Richtungen Sachsens mit Passübungen an. Mittendrin gab es bei der Trinkpause die Vorstellungsrunde. Den sportlichen Einstieg schlossen wir mit einen Spielformat auf eingerückten Viertelfeld mit Minitoren ab.
Nach der Poolerfrischung, war Themeneinstieg unter den Titel „annehmen“ Zuerst gab es Fußballtheorie mit Stellungsbildern auf der Magnettafel und Annahmetechniken. Danach Gespräche, was wir im Leben alles (ungewollt) annehmen und damit bearbeiten müssen. Zwei Erkenntnisse wurden deutlich die für Sport und Beziehungen gleichermaßen gelten: Die Art und Weise Ball bzw. Situation anzunehmen wirkt sich in der Verarbeitung aus – je besser wir die Dinge unter Kontrolle bringen, je zielgerichteter können beides zu einem „guten Ergebnis“ führen. Im Bibelwort „Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat“, haben wir eine gute Handlungsgrundlage.





Der Samstag hatte ein volles Programm: 3 Übungseinheiten und zwei Turnierformate. Wichtig war, bei der Hitze die Laufwege aller Übungen kurz zu halten, um den Kreislauf nicht zu überlasten. In der Mittagswärme zogen wir den Seminarraum vor. Beim Thema „anrühren“ lag das Augenmerk auf Körperkontakt und dem „von etwas berührt zu sein“. Beim Körperkontakt ging es um Grenzen und Verhältnismäßigkeit beim Fußball, in der Familie bis hin zur Öffentlichkeit und bei Freundschaften. Der zweite Bereich griff „gefühlvolles Erleben“ in Freud und Leid auf. In coolen, technisierten und optimierten Verhaltensmustern in der Gesellschaft, wird dieser Teil oft vergessen oder gar unterdrückt. Zu Jesu Zeiten hatten die Menschen noch eine Ahnung, das Jesus der Schlüssel für ihre Sehnsüchte sein könnte: Alles Volk suchte ihn anzurühren; denn es ging Kraft von ihm aus und heilte sie alle. (Lk. 6,19) Nach dem Grillen am Abend gab es das WM-Quiz mit 15 ausgefallenen Fragen und dann wurde gemeinsam der Sieg des zweiten Gruppenspiels Deutschland-Elfenbeinküste angeschaut und bejubelt.





Sonntag ist Gottesdienstzeit. Dieser wurde mit verschieden Vertrauensspielen gestaltet, denn er stand unter der Überschrift „anvertrauen“. Acht Stationen waren abzuarbeiten und sie waren nur mit Hilfe anderer zu bewerkstelligen. Da gab es das „Spinnennetz“ – ein Raster aus Sperrband, wo alle Teilnehmer von einer Seite auf die andere gelangen mussten, und jedes Rasterloch nur einmal genutzt werden durfte. Oder der Vertrauensfall; den Mut zu haben, von 1m Höhe sich in ein Seil-Netz, gehalten von sechs Personen, fallen zu lassen. Es galt also spielerisch gemeinsam eine Aufgabe lösen, an der alle beteiligt sind und Verlässlichkeit ausleben und garantieren müssen.
Der Abschluss, das Großfeldspiel Söhne gegen Väter forderte die „letzten“ Kräfte. Die Söhne gewannen 8 : 3. Das hatte sich schon so abgezeichnet. Die Männer konnten die Laufstärke der Söhne weder auf- noch gegenhalten. Dazu kam ein starker Torwart auf der der Söhne Seite. Natürlich waren die Söhne Stolz auf sich – die Väter taten sich das schwerer – warum eigentlich? Nach dem Mittagessen, Aufräumen, Packen, Rückblick, Danksagungen… ging es nochmals in den Pool, ehe die Heimreise angetreten wurde. In Vorfreude auf „in zwei Jahren!
Text: H. Günther / Bilder: M. Seimer

