Raus ins Freie
Manchmal ist dieser Ruf notwendig um sein Leben zu retten, z.B. bei einem Wohnungsbrand. Die Rede darf aber auch gern das Motto für unsere Gesundheit im Allgemeinen sein, denn frische Luft und Bewegung in der Natur bekommt uns immer gut. Aus dem zweiten Grund bezogen wir Quartier in einem Rüstzeitheim in der Fränkischen Schweiz. Auf dem Programm stand Kanufahren, Klettersteigen und Höhlenwanderung. Das Wetter machte es uns leicht. Bei strahlenden Sonnenschein nahmen wir die Pegnitz und die Wiesent unter den Kiel unserer Paddelboote. Gewollter und ungewollter weise nahmen wir in beiden Flüssen ein kühlendes Bad. Eine Kurvenströmung der Pegnitz brachte ein Boot zum Kippen. Da der Wiesenfluss nicht tief ist und man schnell Grund findet ist das nicht dramatisch. Dennoch bedarf es einiger Anstrengung das Boot wieder vom Wasser zu befreien, indem es komplett mit dem Boden nach ober aus dem Wasser gehoben werden muss. Ohne auf dem Grund zu stehen ist das nicht möglich. Gesagt, getan, nach wenigen Minuten war die Sache erledigt und auch die Kleidung war schnell wieder von der Sonne getrocknet. Anders verlief es auf der Wiesent, dort legten wir einen geplanten Badestopp an einer Umtragestelle ein. Gut erfrischt schlossen wir den Mittagsimbiss an, bevor wir dann guter Dinge bis zur Ausboot- stelle paddelten. Dort galt es dann unsere Kanus wieder auf den Boothänger zu laden und sachgemäß mit Spanngurten zu sichern.





Im Quartier angekommen war Freizeit bzw. Essenkochen angesagt. Am beliebtesten war Tischtennis. Aber auch Minigolf, Tischkicker und Fußball fand immer wieder seine Fans. Beim Abendessen wurde Pizza, Schnitzel, Spagetti und Gulasch aufgetischt. Den Tag rundete das gemeinsame Bibelgespräch ab. Beim Titel „geerdet“ sprachen wir über unsere enge Beziehung zur Muttererde – schließlich lesen wir in der Bibel, das Gott daraus uns Menschen geschaffen hat. Darum trägt der erste Mensch den Namen Adam, was übersetzt „Erdling“ oder „der aus Erde gemachte“ heißt. Und zum anderen liefert uns die Erde alles was wir zum Leben benötigen, angefangen von den Lebensmitteln bis hin zu den seltenen Erden, damit unser Smartphone funktioniert. Das Thema „Vertrauen“ erarbeiteten wir uns mittels erlebnispädagogischen Spielen. Die Schöpfungsgeschichten aus dem ersten beiden Kapiteln der Bibel (1.Mo.1+2) machen deutlich, das Gott uns für unsere Welt in die Verantwortung nimmt. Diese Gespräche standen unterem Titel „einbezogen“. Gottes Auftrag an uns ist, wir sollen die Erde bebauen und gern auch nutzen, aber ebenso bewahren. Ist ja auch logisch – von einer kaputte Erde können wir nicht gut leben. Und beim Thema „himmelwärts“ (Jes. 40,-28-31) macht Gott deutlich, dass er uns nicht allein lässt und unterstützt. Darum ist es notwendig Gott im Blick zu behalten, also unsere Augen gen Himmel zu richten. Das geht „im Freien“ sehr gut – sogar nachts können wir am Sternenhimmel die Größe Gottes bestaunen.




Gehen wir nochmals „ins Freie“. In der Hersbrucker Alb gibt es den wunderbaren Höhenglücksteig, einem „Eisen Weg“ in 10-15m Höhe. Er ist anspruchsvoll, weil er erst im 3. Teil den größten Schwierigkeitsgrad bereit hält – fast durchgehend „D“ – mit leichten Überhang und wenig „Gripp“ für die Füße; sprich für ca. 10min ist extrem die Armkraft gefordert. Hatten wir die ersten beiden Sektionen gut bewältigt, galt es nun die „Handbremse zu ziehen“ und jetzt nur noch den „Geübten“ den Steig weiter gehen zu lassen. Jeder wollte dazu gehören und mein Bitten und Mahnen kam bei den Jungen und deren Vätern nicht gut an. Aus Kenntnis und Verantwortung jedoch habe mich schließlich durchgesetzt den Jüngsten den Steig nicht zu gewähren. Als die Väter den Steig durchstiegen hatten, wussten sie warum. Den Abschluss bildete am Sonntag eine entspannte (Höhlen)wanderung. In einer Höhle konnte man mittels Stirnlampe oder Handylicht noch etliche Meter in die Dunkelheit und Enge absteigen, dieses kleine Abenteuer bietet die Oswald-Höhle. Einige Zeit danach erwartet den Wanderer ein Aussichtsturm plus eine weitere Höhle und ganz am Ende der zweieinhalb Stunden Wanderung die Riesenburg, eine Versturz-höhle bei Doos. Über den Versturzabbruch führt eine Brücke zu einem Aussichtsfelsen, von dem sich ein weiter Blick auf das Wiesenttal eröffnet. Freie Sicht, bei wolkenfreien Himmel, in freier Natur war ein schöner Abschuss für fünf freie letzte Schulferientage.
Text: H. Günther Fotos: L. Dudek / M.Tuscherer / P. Guenther

